© by Rapid Eye Movies
© by Rapid Eye Movies

Enough Talk! #021 – Was wäre ein ehrlicher Perverser ohne die Liebe? (Feat. Daniel & Niels)

avatar Arne
Macht Fotos...
Arne's Helden- & Comic-Wishlist Icon Jacker bei Flattr Icon Arne's Film-Wishlist Icon
avatar Daniel
Nutzt Scheren...
Bitte Credits spenden! Icon Bitte Flattern! Icon Bitte Beschenken! Icon
avatar Niels
Mag Vögel...
Bitte flattern... Icon

Titelbild © by Rapid Eye Movies


Hände zu Gebet, Fotoapparate raus, Wahnsinn auf 11 – LOVE EXPOSURE. Davon abgesehen, dass dieser Film sowieso lang überfällig war, Arne, Niels und Daniel gern sabbernd unter die Höschen japanischer Mädels glotzen und es nichts besinnlicheres als den festen Griff einer kranken Sekte um die eigene Seele gibt, hat diese Wahl aber sogar einen konkreten Anstoß: #followbruary heißt er. “Was’n das” fragt der geneigte Hörer, “nix für Perverse!” antworten wir geheimnisvoll. “Schade” denken diese dann, aber immerhin ist’s umsonst – fast wie die vielen Klamotten von Preisschild-Juji, die 50% off waren und sowieso geklaut.

Irgendwo zwischen Beichte und Wunder hat Daniel also, weil ein Follower auf Letterboxd Sono’s Werk feiert, erstmalig ganze vier Stunden lang gesündigt – Pater Arne und Padre Niels sind erzürnt über die daraus entstandenen Thesen, vergeben aber. Gott vergibt schließlich alles (zum Glück ist er nicht Django), verlangt aber Gegenleistung dafür – keine große Überraschung, doppelmoralig war Religion eben schon immer – die wir um Buße zu tun in Form von gleich zwei Podcasts zum Film erbringen. Ein kurzer im Spätfilm, indem ihr erfahrt worum es geht und warum die Kamera rockt, sowie den hier (den man als zweites hören sollte), indem wir über Gesellschaft, Religion, großes Drama, etc. sprechen, um dabei klar zu machen, dass am Film auch alles andere rockt.

Viel Spaß mit viel Geplapper zum einzig wahren Liebesepos!



Direktlink – © by Rapid Eye Movies


Timecodes der Sendung

00:00:00 Nehmen wir schon auf? Wir fotografieren Höschen!
00:07:00 Unsere Beziehung zu LOVE EXPOSURE, Sono Sion und Japan als Filmnation
00:33:00 Wir versuchen uns dem Film über Religion zu nähern.
00:40:00 Zu drüber um kritisch zu sein?
00:50:00 Kirche, Perversion und Gesellschaft fest vernetzt
01:11:00 Daniel’s Antithesen zum Helden des Films
01:25:00 Die Liebe, die Liebe…
01:31:00 Magic-Moments, Zitate, etc. in der tollen Inszenierung
01:52:00 Exkurs: Gebrauchte Filme kaufen
02:09:00 Finale Gedanken zum Unterhaltungswert

Film(e) kaufen:

Und über dieses Amazon-Widget könnt ihr alle weiteren Filme, über die im Podcast gesprochen wurde (und natürlich auch jeden anderen, den ihr haben wollt) suchen. Wenn ihr dann etwas kauft, habt ihr frische BDs & DVDs und wir bekommen einen kleinen Teil des Kaufpreises gut geschrieben, um unsere Server zu bezahlen, ohne dass es für euch mehr kostet. Win/Win, oder?

9 comments

  1. Familienpapa says:

    Interessante Diskussion. Besonders deshalb, weil ich zum ersten Mal eine Gegenposition zu diesem Film gehört habe, die auch durchaus berechtigt war. Leider habe ich den Film schon lange nicht mehr gesehen und 4 Stunden (möglichst im Stück) Zeit findet man dann doch eher selten, daher nur ein paar lose Gedanken zu anderen angesprochenen Themen:
    Leider habe auch ich bisher nicht glücklich werden können mit Sono. Genau wie bei euch war Love Exposure mein erster von ihm und ich habe inzwischen alle anderen nachgeholt (bis auf Whispering Star), wobei ich ehrlich gesagt alle bis auf einen unterirdisch fand. Während “Why don’t you play in hell?” ähnlich stark wie Love Exposure ist, muss ich abseits davon sogar so weit gehen und sagen, dass Japan fast nichts schlechteres produziert hat in den vergangenen Jahren. Natürlich ist diese Filmkultur nicht gerade bekannt für Subtilität und Kitschfreiheit, aber wie sich die Figuren in seinen Filmen ständig anschreien und gegenseitig auf vulgärste Weise erniedrigen, kann ich mir inzwischen eigentlich nicht mehr anschauen. Auch seine Musikwahl empfinde ich als äußerst penetrant und aufdringlich. Im unsäglichen Himizu spielt Mozarts Requiem in solch einer Frequenz, dass man gefühlt beinahe die ganze Laufzeit damit füllt und sein Rap-Musical schießt sowieso alle Vögel ab, die irgendwo mal im Himmel flogen. Der wohl peinlichste Film, den ich kenne.

    Zur Blu-Ray-Debatte: Ich muss zugeben, dass ich in dieser Hinsicht mittlerweile recht trotzig geworden bin, weil ich mich als Kunde nicht mehr ernst genommen fühle. Das Bonusmaterial wird immer dünner, Booklets sind inzwischen beinahe vollständig verschwunden, die Cover werden immer unkreativer und hässlicher, zahlen soll man aber immer mehr für diese lieblosen Plastikhüllen. So kommt es, dass ich beispielsweise immer noch keinen Star Wars Film im Regal habe. Einfach, weil sie nach über 40 Jahren einzeln immer noch bei dreisten 25 Euro liegen. Anscheinend kann Disney so frech wirtschaften, weil sich fragwürdigerweise Leute finden, die bereit sind, solche Preise zu zahlen. Gleiches traf vor einiger Zeit auch auf die LOTR-Trilogie zu, die es nur in einem Gesamtpaket für 60 Euro zu kaufen gab, obwohl die Filme einzeln für 10 Euro angesetzt, jedoch vergriffen waren. Ich finde diese Preispolitik widerlich und ärgere mich darüber, dass es Menschen gibt, die sie am Laufen halten.
    Natürlich trifft das nicht auf alle Label zu. Die englische “Masters of Cinema”-Reihe von Eureka ist wirklich in sämtlichen Belangen zu loben. Nicht nur erhält man für schlappe 9 Euro sowohl Blu Ray als auch DVD eines hervorragend ausgewählten Repertoires, auch die Cover sind individuell und schön gestaltet und zu jedem Film gibt es interessante Reviews und Fakten in dicken Booklets. So habe ich irgendwann verdutzt festgestellt, dass ich ganze 6 Filme von Ozu besitze, obwohl mir der Regisseur nur bedingt zusagt. Für meine wertvollste Blu Ray habe ich sogar stolze 50 Euro bezahlt (Tale of Iya), als vor 2 Jahren 10 Stück ins englische Amazon kamen und ich Angst hatte, keine mehr zu bekommen. Wie ich gerade festgestellt habe, war diese Befürchtung berechtigt und es gibt nur noch zwei Gebrauchte für umgerechnet knapp 60 Euro. Insgesamt bin ich also ganz bei Daniel: Wenn sich das Label Mühe gibt oder man den Regisseur unterstützen möchte (was ich mit 50 Euro wohl hoffentlich getan habe bei dem winzigen Nikonikofilm), kann man ruhig mal etwas Geld dalassen, in allen anderen Fällen darf man ruhig geiziger sein als der Papst im Puff, wie Stromberg sagen würde

    • Du bist aber manchmal auch extrem in deinen Ansichten! Nur weil Sono oft voll drüber ist, empfinde ich das keineswegs als peinlich. In seiner Funktionsweise liegt TOKYO TRIBE ohne Frage eher auf Seiten von Japano-Irrsinns-Trash wie MUTANT GIRLS SQUAD oder TOKYO GORE POLICE und holpert dramaturgisch auch sehr, aber dennoch mag ich was er da macht.

      Aufgrund deiner Argumentation investiere ich auch lieber mein Geld in feine, durchaus hochpreisige VÖs als Mediabook (wo es dann eben DOCH ganze Bonusdiscs und bis zu 70seitige Booklets gibt) bzw. Arrow/Artificial Eye/BFI/Whatever-UK-Labels die wirklich LIEBE rein stecken und kauf mir für das gleiche Geld nochmal bei Rebuy 5-6 gebrauchte 08/15 Veröffentlichungen!

  2. Den einzigen Sasori den ich gesehen habe war der zweite Teil, den kann ich als Fan dieses Films auch empfehlen. Wenn sich Personen in Laubhaufen verwandeln und auf einmal ein Musical beginnt geht einem das Herz auf. Keine Sorge, es werden in diesem Film auch einem Typ die Eier abgeschnitten und dann wird er auch noch gepfählt. Vom Stil ähneln sich die Filme und man sieht deutliche Einflüsse.
    Als die Diskussion um die Beichte aufkam habe ich mich gewundert. Wart Ihr noch nie bei einer oder wieso fragt ihr euch wieso man da heult? Besonders die erste Beichte ist ein traumatisches Erlebnis für viele und die armen Kinder schluchzen und heulen. Da wird man schön vom Sündigen abgeschreckt.

  3. Jan says:

    Schöne (lange) Folge. Zum Film kann ich leider nix sagen, außer dass die UK-Blu-ray in meinem Schrank rumliegt.

    Zur Diskussion um Piraterie und Gebrauchtmarkt möchte ich noch einen sehr wichtigen (und entscheidenden) Faktor einwerfen: Der Verkauf von (physischen) DVDs/Blu-rays etc. ist in keinster Weise mit der Verbreitung eines Streams (der ist ja nicht in dem Sinne materiell greifbar) zu vergleichen. Bei ersterem handelt es sich um eine Weitergabe an Dritte, bei letzterem um eine Vervielfältigung. Wenn du eine gebrauchte Kopie kaufst, kann der Vorbesitzer sie nicht mehr nutzen. Dass der Industrie dadurch ein vergleichbarer Schaden wie durch Anbieter von Kinox und Konsorten entstehe, ist ein – sorry – lachhafter Einwand.

    • Niels says:

      “Lachhaft” finde ich es, wenn Dinge vorschnell als selbiges abgetan werden und man (absichtlich?) missverstanden wird. Ich habe ja nun nirgendwo behauptet, dass illegale Streams anzubieten und Gebrauchtware zu (ver)kaufen dasselbe wären.

      Aber falls du doch Interesse an einer ernsthaften Diskussion haben solltest, zurück zum Thema: Bei jedem Verkauf geht Geld in Form von Gewinnbeteiligungen an den Produzenten, Vertrieb etc. Das gilt sowohl für physische Datenträger als auch für VOD. Bei Abo-Diensten werden die Views abgerechnet. Der Gebrauchtmarkt ist dagegen ein, was die Verkaufszahlen angeht, uneinsehbares Feld, in dem Geld nur noch für ein gebrauchtes Objekt selbst bezahlt wird und keine Gewinnbeteiligungen mehr existieren.

      Seht es doch mal so:
      Du schaust dir einen illegalen Stream an = 0 Cent für den Produzenten.
      Du kaufst dir etwas gebraucht = 0 Cent für den Produzenten.

      Sich dann einen moralisch drauf runterzuholen, dass man irgendwie Geld bezahlt hat, finde ich vermessen. Natürlich ist es trotzdem legitim, seinen Besitz weiterzuverkaufen und man kann auch Gebrauchthändler in Anspruch nehmen. Aber man sollte sich eben immer im Klaren sein, dass man Teil einer Vertriebskette ist und entscheiden kann, wo das eigene Geld landen soll. Und dann kann man, um das Beispiel oben aufzugreifen, bei Eureka z.B. direkt einkaufen und Star Wars bei Rebuy mitnehmen. Das ist mein Punkt.

      • Also ich verstehe hier sämtliche Positionen und teile alle partiell.

        Ich entscheide (wie schon in der Folge angerissen) tatsächlich aktiv, welche Labels ich wirklich unterstützen will, indem ich mir ihre VÖs neu beim Händler kaufe und somit ihren GESAMT-Absatz steigere. Das steht und fällt für mich mit der “Liebe”, die im Release steckt. Ich will mich in meiner Liebe zum Film ernstgenommen fühlen und nicht nur lieblos hingerotzte VÖs für teures Geld geboten kriegen. Beispiel: Ich habe mir zum Beispiel gerade ohne mit der Wimper zu zucken das SWISS ARMY MAN Mediabook für 25€ bestellt – tolles Artwork, ein Booklet mit Interview und einem kleinen Essay zum Film, reichlich Bonusmaterial auf der BD, das ganze auch noch auf DVD und den Soundtrack auf CD. Bombe! Zum Vergleich lagen noch vor kurzem bei VÖ die Preise generischer Blockbuster-VÖS auf BD bei 20-22€ (zumindest im Saturn & co.). Mittlerweile pendelt es sich eher bei 15-18 ein, weil 4K etwas gepusht wird, aber dennoch sehe ich sowas nicht ein und nutze meine “regulierende Marktmacht”, um solche Preispolitik nicht mit zu machen.

  4. Lydia says:

    Da hat sich ja eine fantastische Diskussion entwickelt. Ich kenne von der Trilogie soweit nur GUILTY OF ROMANCE, aber mit dem scheint LOVE EXPOSURE nicht viel gemein zu haben. Umso spannender, schon im Vorhinein so verschiedene Interpretationen zu hören. In meinem Kopf hat sich ein kompletter Film entwickelt. Aber das Original legt da sicher nochmal zwei drauf an Skurrilität.
    Ich denke, ihr habt die Bestie gut gebändigt und habt alle ordentlich neugierig gemacht
    Sobald ich in der Laune bin und viel Zeit habe, werde ich mich auch mal mit der Bestie anlegen.

Kommentar verfassen